Das "Berghaus Rhön"

Jedes Ding hat seine zwei Seiten. Beim Berghaus Rhön wäre dies die Tatsache, dass es seine Existenz allein dem Umstand verdankt, dass zwei sehr markante Basaltfelsen - der Spitze Steinküppel und der Breite Steinküppel - zu Schotter für den Str.n- und Eisenbahnbau verarbeitet wurden. Das Berghaus Rhön diente vor rund 90 Jahren als Kantinengebäude für die Bergleute. Beide Felsen wären heute sicherlich ein touristisches Highlight in der südlichen Rhön. Nun, es kam anders und statt zweier Berge erinnert heute nur noch der Basaltsee Tintenfass im ehemaligen Abbaukrater an die bergbauliche Vergangenheit. Das Berghaus Rhön wurde nach dem Ende des Basaltabbaus zu einer Gastwirtschaft umgebaut und im Jahre 2019 auf den Grundmauern des alten Hauses komplett neu errichtet. Ein Ruhetag hier wird sehr entspannend sein. Die Zimmer sind modern, doch durch das viele Holz kommt immer wieder Hüttenatmosphäre auf. Die Balkone der Talseite liegen direkt in der Abendsonne. Empfehlenswert ist ein Spaziergang zum Basaltsee Tintenfass, an dem auch heute noch die Umlenkstation der Seilbahn erhalten ist, mit deren Hilfe der Basalt aus den Steinbrüchen der Schwarzen Berge zum Verladebahnhof im Sinntal, rund 300 Höhenmeter unterhalb des Berghauses, transportiert wurde.

Über die große Bergwiese oberhalb des Sees, die früher - als es noch einen Winter gab - als Rodel- und Skihang diente (es gab einen kleinen Schlepplift, an den heute nur noch das Häuschen der Talstation erinnert), kann man weiter in Richtung Würzburger Haus wandern. Vorbei an einer alten Hutung mit mächtigen Hutebuchen. Keinesfalls verpassen sollte man den Sonnenuntergang oben auf der Bergwiese mit der wunderbaren Aussicht auf die gegenüber-liegende Bergkette. Leider geht nur anschauen, denn das Gebiet ist seit den 30er Jahren des vergangenen Jahrhunderts Truppenübungsplatz und somit für die Öffentlichkeit unerreichbar, auch wenn der Blick auf einige der höchsten Gipfel der Rhön fällt.

Und für alle, die auch an einem Ruhetag nicht ohne ihr Mountainbike auskommen, haben wir auch noch einen Tipp. Nur knapp vier Kilometer Luftlinie entfernt, im Sinntal, liegt das Info-Zentrum des Biosphärenreservats Rhön, das Haus der Schwarzen Berge. Von dort aus kann man auf dem Rhönexpress-Bahntrassenradweg noch rund 1,5 Kilometer flussaufwärts fahren und erreicht dort eine Plattform, von der aus man das „Werk“ des Bibers beobachten kann, der an dieser Stelle ein einzigartiges Wasserbiotop geschaffen hat. Aber immer daran denken: Zwischen Berghaus und Sinntal liegen rund 300 Höhenmeter!

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